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Kinder im alten Rom

Hast du dir schon mal überlegt wie ein römisches Kind lebte?
Sicher schaute es weder Fernsehen noch spielte es mit dem Computer oder dem Game-boy.
Aber wie verbrachten sie ihre Kindheit?

Geburt

Die Geburt eines römischen Kindes war von Ritualen begleitet, wahrscheinlich aus dem Grund, weil Fehlgeburten so häufig waren. Der Vater hatte das Recht, das Kind zu verstossen. Es gehörte zum damaligen Leben, dass ungewollte Babys zum sterben ausgesetzt wurden. Am achten Tag nach der Geburt wurden den Mädchen Namen gegeben, am neunten den Jungen. Männer hatten zwei Namen, oft auch drei, wobei der zweite immer der Familienname war. Zu Zeiten der Republik hatten Frauen einen einzigen Namen, nämlich den der Familie. Im Kaiserreich trugen Frauen im allgemeinen zwei Namen, wovon der erste der Familienname und der zweite Name entweder derjenige ihres Vaters oder ihrer Mutter war. Innerhalb von 30 Tagen wurde die Geburt im Tempel des Saturn registriert.

Schule

Nur wenige Kinder sind zur Schule gegangen, weil die meisten römischen Eltern nur wenig Geld hatten. Die Kinder, die eine Ausbildung erhielten, besuchten drei unterschiedliche Schulen: Die Grundschule, die Grammatikschule und die Rhetorikschule. Im Alter zwischen 7 und 14 besuchten die Jungen aus den unteren Schichten die Grundschule, wo man ihnen Lesen, Schreiben und Rechnen beibrachte. Diese Schulen waren privat und der Unterricht wurde in Portiken oder an anderen öffentlichen Plätzen abgehalten.Die grosse Exedra des Trajansforums diente z. B. als Unterrichtsraum. Die reichen Kinder wurden zu Hause von einem Privatlehrer unterrichtet. Wenn die kleinen Kinder zur Schule mussten, begleitete ein Sklave das Kind zur Schule. Er trug alle Sachen die das Kind brauchte wie Wasser, Wachstafeln und Griffel. In der römischen Schule lernten die Jungen Astronomie, Griechisch und Latein, Rechnen, Geometrie, Geschichte. Griechisch ist besonders wichtig, weil alle gebildeten Leute es sprechen und schreiben. Sie mussten auch Vorträge in der Schule halten. Mit ihren spitzen Metallgriffeln ritzten sie Zahlen und Buchstaben in die Wachstafeln hinein. Manchmal schrieben auch sie auf Schriftrollen aus Papyrus. In der Schule herrschten strenge Sitten. Die Schüler wurden von den Lehrern geschlagen wenn sie etwas nicht in Ordnung hatten.

Nur die Jungen durften zur Schule gehen. Manchmal brachten die Eltern den Mädchen das Lesen, Schreiben und die Haushaltsführung bei. Nach der Schule erledigten die Kinder ohre Hausaufgaben. Danach halfen sie ihren Eltern oder spielten auf der Strasse.

Erwachsenwerden

Zu einem passenden Zeitpunkt im Alter von 14 bis 19 feierte jeder römische Jüngling offiziell sein Volljährigkei, meistens am 17. März, zum Fest der Liberalia. Seine Familie feierte mit ihm. er widmete den Hausgöttern die Kleider seiner Kindheit und kleidete sich in eine neue weisse Männertoga (toga virilis), die seinen Status als Bürger anzeigte. Seine Familie begleitete ihn zur Registratur im Tabularium und von dort zu weiteren Zeremonien ins Forum. Am Abend gab es meistens für die Familien und Freunde ein grosses Essen. Wenn der Sohn heiratete, bezog er ein neues Haus, aber er blieb sein Leben lang der Autorität seines Vaters unterstellt.